

Lager vermeiden - mit weniger Spritzmittel und ohne Ertragseinbußen
Wachstumsregler sind unverzichtbarer Bestandteil intensiver Anbauverfahren im Getreide. Sie sind neben der Wahl der richtigen Sorte und einer bedarfsgerechten N-Düngung ein wichtiges Instrument, um Lager zu vermeiden. Wird das nicht erreicht, steigen die Erntekosten rasant. Die Ertrags- und Qualitätsverluste schmälern den Gewinn zum Teil erheblich: Sie belaufen sich auf Praxisschlägen schnell auf 10 bis 20 dt/ha.
Wachstumsregler greifen aber auch in die Ertragsphysiologie ein. In Verbindung mit Stress und ungünstigen Umweltfaktoren können große Schäden in den Pflanzenbeständen angerichtet werden. Die Ertragsverluste durch überzogenen Wachstumsreglereinsatz belaufen sich je nach Situation auf 5 bis 15 dt/ha.
Das bedeutet für den Praktiker im Maximalfall eine Gesamtspanne von 15 bis 35 dt/ha Getreide, die er während des Wachstumsreglereinsatzes "in der Hand hat".

Für den richtigen Einsatz von Wachstumsreglern ist neben der richtigen Mittelwahl und den bestmöglichen Einsatzbedingungen auch eine Anpassung an den jeweiligen Bestand wichtig. Prinzipiell gilt:
- Vitale, kräftige und gut ernährte Bestände haben ein hohes Lagerrisiko. Es drohen Mindererträge, Qualitätsverluste und eine erschwerte Ernte. Sie benötigen deshalb maximalen Schutz und erhalten höhere Dosen.
- Dünne, schwach bestockte und gestresste Pflanzen würden durch zu hohe Dosen unnötig weiter belastet. Sie benötigen geringen bis keinen Schutz. Im schlimmsten Fall würde hier der ohnehin schon niedrigere Ertrag durch zu hohe Dosen weiter geschmälert.
Eine zuverlässige Unterstützung in der richtigen Dosierung bietet seit 2008 der YARA N-Sensor. Das Wachstumsreglermodul von proPlant und Agri Con berücksichtigt wichtige Faktoren wie die spezielle Lageranfälligkeit der angebauten Sorte, das Saatdatum, das EC-Stadium,die Wasserversorgung.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren sowie den im Programm hinterlegten Anwendungsempfehlungen der jeweiligen Hersteller berechnet es die richtige Dosis für das Feld. Diese Basisdosierung wird durch den YARA N-Sensor teilflächenspezifisch angepasst.
In Summe sind in der Precision Farming Box 44 wissenschaftlich geprüfte Regelalgorithmen für verschiedene Mittel und Mischungen hinterlegt. Sechs Regelfunktionen davon gelten für die teilflächenspezifische Wachstumsreglerapplikation in Winterraps. Sie gelten für Folicur, Caramba, Matador, Orius, Carax und Tilmor.
Fungizide und Mikronährstoffe hinzu mischen?
Wachstumsregler teilflächenspezifisch solo spritzen, das kann's doch nicht sein? Oder kann man stattdessen einfach so Fungizide und Mikronährstoffe mit in eine Dreier- oder Vierermischung packen? Und damit in Kauf nehmen, dass sich deren Dosierung nach der des Wachstumsreglers richtet? Gespräch mit Anwendern zeigen, dass sie individuell Antworten auf diese Fragen gefunden haben.
Es gibt tatsächlich Anwender, die Wachstumsregler allein spritzen, um keine Kompromisse eingehen zu müssen. Auf der anderen Seite gibt es eine Gruppe, die nach fachlich sinnvollen Kombinationsmöglichkeiten sucht. So gibt es Landwirte, die in einem gesunden Jahr Wachstumsregler mit Fungiziden kombinieren und in einem Pilzbefallsjahr beides getrennt ausbringen. Profis unterscheiden in Befallsjahren sogar zwischen den Pilzen: Tritt nur Mehltau auf, wird kombiniert. Nicht aber bei Pilzen, die sich in dünnen Beständen besonders gut verbreiten können.

