

Precision Farming Innovationspreis: "Wir haben gewonnen" | 18.06.2010
Strahlende Gesichter auf den DLG-Feldtagen: Im Rahmen der Messe wurden die diesjährigen Preisträger des Precision Farming Innovationspreises geehrt. Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an Landwirte aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
"In vielen Unternehmen gehört Precision Farming heute zum Alltag", führte Dr. Klaus Böhme, Chefredakteur der Zeitschrift Neue Landwirtschaft, in seiner Ansprache aus. "Einige nutzen einzelne Elemente, andere arbeiten mit System. Bei letzteren bestimmt Precision Farming das Denken und Handeln vom Betriebsleiter bis zum einzelnen Mitarbeiter. Die Anwender müssen die hohe Schule des Ackerbaus beherrschen, mit moderner Technik umgehen können und etwas von Organisation und Controlling verstehen."
Die Jury, bestehend aus der Redaktion der Neuen Landwirtschaft, dem Düngemittelkonzern YARA, dem Landtechnikhersteller Amazone, der Bank DKB sowie Prof. Dr. Peter Wagner von der Martin-Luther-Universität Halle, habe sich die Wahl der diesjährigen Preisträger nicht leicht gemacht. 15 Betriebe aus ganz Deutschland waren nominiert "und sie alle wären den Preis wert gewesen", sagte Dr. Klaus Böhme.
Das Rennen gemacht haben schließlich drei Betriebsleiter aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Manfred Hurtz, den Preisträger aus Nideggen bei Düren, zeichne laut Jury aus, dass er mit differenzierter Düngung beispielhaft zur Reduzierung des Stickstoff-Eintrags in das Grundwasser beitrage. Er zählt auch deshalb zu den Vorreitern, da die Elektronik in der Landwirtschaft in seiner Region erst langsam Einzug hält. Auf 200 Hektar Land (eigene Fläche plus Lohnarbeit) konnte Manfred Hurtz mit dem YARA N-Sensor im ersten und zweiten Einsatzjahr vier bis sechs Prozent Mehrertrag erzielen und gleichzeitig den Aufwand an reinem Stickstoff um 40 Kilogramm senken. Nun plant der Landwirt, auch Pflanzenschutzmittel variabel auszubringen. Das H-Sensor-Projekt der Agri Con beobachtet er mit Spannung.
Jens Otto aus dem sächsischen Großbothen realisiert alle Lohnleistungen im Online-Verfahren. Einen YARA N-Sensor setzt er in der variablen N-Düngung, zwei weitere Sensoren im Pflanzenschutz ein. Herausragend ist etwa sein Engagement hinsichtlich des Pflanzenschutzes in Kartoffeln. Schon bei Gründung des Unternehmens 1995 suchte der Betriebsleiter der Agrarhand GmbH Sermuth nach Möglichkeiten, sich von anderen Dienstleistern der Branche abzuheben und seinen Kunden eine Arbeitsleistung auf hohem Niveau zu bieten. Damals wie heute lautet Jens Ottos Maxime: "Ich muss alles tun, um unter den gegebenen Bedingungen nicht das maximal Machbare, sondern das finanziell Optimale aus jedem Teilstück des Feldes herauszuholen. Wenn möglich ohne teure Datenerhebung oder andere Vorleistungen - im Online-Verfahren halt."
Preisträger Nummer 3 ist Herbert Lisso von der Neu-Seeland Agrar GmbH. Damit ehrte die Jury das von ihm genutzte Verfahren zur Erstellung ewiger Potentialkarten auf Grundlage mehrjähriger Erfahrung mit Ertragskarten.

