

Denkmalschutz dank Precision Farming - Praxiseinsatz gestartet | 23.11.2011
Intensiv genutzte Landwirtschaftsflächen und der Schutz archäologisch wertvoller Bodendenkmale ist kein Widerspruch - das beweisen die Sachsen seit mehreren Jahren. Nun hat die praktische Umsetzung der teilflächenspezifischen Bodenbearbeitung begonnen.
Als Projektpartner konnten das Landesamt für Archäologie und Agri Con das sächsische Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege gewinnen. Der Landwirtschaftsbetrieb bewirtschaftet 2000 Hektar Land; 60 Fundstellen befinden sich allein auf seinen Ackerflächen. Dank Precision Farming ist der Betrieb in der Lage, diese bei der künftigen Bodenbearbeitung zu berücksichtigen, so dass es bei der Feldarbeit unbeschadet bleibt.
GPS macht es möglich: Sowohl der Trimble-Spurführungsassistent, als auch die Software Precision Farming Box im agronomischen Terminal ermöglichen eine flächenscharfe Ansteuerung des Denkmals. Es kann im System als Sperrfläche hinterlegt werden. Nähert sich der Traktorfahrer dieser Fläche, wird er akustisch gewarnt und zur Verringerung der Bearbeitungstiefe aufgefordert. Noch muss der Fahrer diese per Hand korrigieren; eine automatische Steuerung der Grubber- oder Pflugtiefe hat sich bisher am Markt noch nicht durchgesetzt.
Im Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege konnte das Verfahren im Herbst erstmals nach der Zuckerrübenernte beim Grubbern eingesetzt werden. Eine dauerhafte Etablierung wird angestrebt. Gefördert wird das Projekt "Archäologie und Landwirtschaft" von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
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