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Agri Con GmbH - Precision Farming Company

Sortenversuche im eigenen Betrieb - mit On-Farm Research | 09.06.2010

Die Suche nach der Sorte, die sich zum Anbau im eigenen Betrieb am besten eignet, führt Landwirte oft zu dem Wunsch nach eigenen Sortenversuchen. Die Umsetzung in Kleinparzellen ist im Produktionsalltag aber kaum realisierbar. Anders On-Farm Research (OFR): Wie diese von Agri Con etablierte Versuchsmethodik funktioniert, zeigen exemplarisch mehrjährige Versuche mit Winterraps-Halbzwerghybriden von Pioneer.

Winterraps-Halbzwerghybriden werden seit 2005 von der Firma Pioneer Hi-Bred unter der Sammelbezeichnung Maximus in den Markt eingeführt. Ihnen werden verbesserte technologische Eigenschaften nachgesagt sowie eine höhere Anpassungsfähigkeit an wechselnde Bodenbedingungen. Um diese Aussagen zu prüfen, wurden in der Vegetationsperiode 2008/2009 zwei Versuchsserien mit Halbzwerghybriden und normalstrohigen Sorten angelegt.

Agri Con konnte bundesweit 28 Ackerbaubetriebe dafür gewinnen, die Wirtschaftlichkeit eines neuen kurzen Wuchstyps unter ihren Standortbedingungen zu testen.

  • Versuchsserie 1: In 6 Versuchen wurden die Maximus-Halbzwerghybriden PR45D03 und PR44D06 mit den Normalstrohhybriden PR44W22 und PR46W31 verglichen.
  • Versuchsserie 2: An 22 Orten stand die Halbzwerghybride PR45D03 einer betriebseigenen normalstrohigen Sorte gegenüber.

Die Ernte der Versuche erfolgte vollflächig im normalen Produktionsablauf durch, mit Ertragskartierung ausgestattete Mähdrescher - ohne Rücksicht auf die Versuchsanlage. Die Fahrgeschwindigkeit der Maschine wurde automatisch mit aufgezeichnet. Durch den Einsatz eines GPS-Autopiloten mit RTK-Genauigkeit wurde sichergestellt, dass die volle Schneidwerksbreite ausgenutzt wird. Aufgezeichnet wurden die Daten georeferenziert. Sie zeichnen sich durch eine hohe Komplexität aus. Dies erfordert andere Auswerteverfahren und Darstellungsformen als sie in Exaktversuchen üblich sind.

Höherer Kornertrag

18 der ursprünglich 22 angelegten Versuche in Versuchsserie 2 konnten schließlich georeferenziert ausgewertet werden. In 11 Versuchen erzielte die Halbzwerghybride höhere Erträge, in 4 Versuchen war die Betriebssorte überlegen. In drei Versuchen wurden identische Erträge erzielt.

Schnellerer Mähdrusch

Wesentlich deutlicher war die Halbzwerghybride den normalstrohigen Sorten in der Erntegeschwindigkeit überlegen. Der Unterschied betrug bis zu 2,4 km/h. Der Gesamteffekt von 0,45 km/ha zu Gunsten der Halbzwerghybride entspricht einem Leistungsvorsprung von 10 %.

In Summe brachten Ertragsvorteil und höhere Druschleistung beim Anbau der Hybridsorte einen finanziellen Vorteil von 51,67 Euro/ha.

In Versuchsserie 1 wurde die Überlegenheit der Halbzwerghybride PR45D03 erneut sichtbar. Bei der neuen Halbzwerghybride PR44D06 konnten höhere Erntegeschwindigkeiten erzielt werden, die Erträge waren etwas niedriger. Analog das Ergebnis bei der frühreifen Normalstrohhybride PR44W22. Insgesamt waren die Halbzwerghybriden den Normalstrohhybriden um 36 Euro/ha an erntekostenkorrigierter Leistung überlegen.

Ein detaillierter Betriebsvergleich, der die Unterschiede zur jeweils bisher betriebsüblichen Sorte bei Ertrag und Druschgeschwindigkeit einzeln auflistet, kann hier abgerufen werden.

Fazit

Mit OFR konnten die Vorteile von Winterraps-Halbzwerghybriden gegenüber normalstrohigen Sorten im betrieblichen Produktionsablauf deutlich herausgestellt werden. Diese Versuchsmethode zeichnet aus, dass sie mit geringem Aufwand umgesetzt wird und die Datenerfassung frei von subjektiven Einflüssen erfolgt. Besonders hervorzuheben ist der größere Aussagebereich der Versuche gegenüber Kleinparzellenversuchen. Damit ist OFR ein effizientes Werkzeug, um Feldversuche unter Praxisbedingungen durchzuführen.