

Die Standortheterogenität messen
Unterschiede innerhalb von Pflanzenbeständen liegen hauptsächlich im Boden begründet. Der Einsatz des Bodenscanners bietet einen ersten Eindruck von diesen relativen Unterschieden. EM 38-Messungen sind Grundlage der teilschlagbezogenen Pflanzenproduktion: Der Bodeneinfluss für die teilschlagbezogene Saat, Bodenbearbeitung, Düngung und den variablen Pflanzenschutz lassen sich damit präzise bestimmen.
Messprinzip
Mit dem elektromagnetischen Messgerät EM 38 - dem Bodenscanner - wird die scheinbare elektrische Leitfähigkeit des Bodens bestimmt. Die Sendespule sendet ein primäres elektromagnetisches Wechselfeld in den Boden. Dieses induziert dort ein schwaches sekundäres elektromagnetisches Feld, das von der Empfängerspule registriert wird. Aus dem Verhältnis beider Felder wird die scheinbare elektrische Leitfähigkeit berechnet.
Bis in eine Tiefe von 1,50 Meter wird dabei die Leitfähigkeit als Summenparameter ermittelt. Dieser wird bis zu 85 Prozent durch den Feinerdeanteil (Tongehalt) und bis zu 15 Prozent durch den Ionengehalt des Bodenwassers bestimmt.
Mess-Durchführung
Das EM 38 wird im Fahrspurabstand hinter dem Zugfahrzeug - einem Jeep - über das Feld gezogen.
Im Sekundentakt werden bei der Überfahrt die GPS-Koordinaten und der Messwert zeitgleich und digital aufgezeichnet - Daten, die in GIS-Systemen weiterverarbeitet werden können. Eine hohe Messdichte und zügige Arbeitsweise erlauben beste Ergebnisse bei einer guten Flächenleistung. Einzig bei tiefgefrorenen oder frisch bearbeiteten Böden ist der Einsatz des EM 38 begrenzt möglich.
Vorteile der Messung mit EM 38
- zerstörungsfreie und reproduzierbare Messung
- Ergebnisse sind dank Online-Verfahren sofort vor Ort verfügbar
- Messung erfolgt frei vom subjektiven Einfluss des Menschen
- hohe räumliche Auflösung
- Messung muss nur einmal durchgeführt werden
- Messung kann auch bei trockenen Bodenverhältnissen erfolgen
- terminunabhängiger Informationsgewinn
Ergebnisse und Nutzung

Anhand der georeferenzierten Messwerte können flächendeckende Karten für Boden und Relief landwirtschaftlicher Nutzflächen erstellt werden.
Die Ergebnisse der einzelnen Felder werden dabei zu einer Betriebskarte (links) zusammengefügt und die Standortvariabilität des gesamten Betriebes wird sichtbar.
Hinsichtlich der Bewertung der Bodenheterogenität sind die Ergebnisse des Bodenscanners den Karten der Reichsbodenschätzung oder Flug- und Satellitenbildern eindeutig überlegen.
Die Variabilität der elektrischen Leitfähigkeit des Bodens und das Relief sind die Grundlage für eine gezielte, intelligente Bodenbeprobung.

Anstelle der Beprobung eines starren Rasters wird in Zonen gleicher Bodenverhältnisse beprobt (links). Zonen gleicher Leitfähigkeit sind Zonen mit gleichen bzw. ähnlichen Bodeneigenschaften.
Neben dem ph-Wert und der organischen Bodensubstanz ist der Feinerdeanteil (Ton und Schluff) der wichtigste Parameter für die Bodenfruchtbarkeit. Nährstoffspeicherung und -freisetzung, Wasserspeichervermögen und die natürliche Ertragsfähigkeit korrelieren eng mit dem Feinerdeanteil bzw. der Bodenscanner-Zone.
Eine Bodenuntersuchung auf P, K, Mg und ph-Wert sollte sich aus diesem Grund an diesen Zonen orientieren.

