

Precision Farming Konzepte für den Kartoffelanbau | 10.03.2010
Homogenere Bestände, eine bedarfsgerechte Stickstoffdüngung, Einsparungen an Spritzmitteln und Fungiziden, eine bessere Maschinenauslastung - mit Precision Farming Lösungen lassen sich all diese Vorteile auch in Kartoffelbeständen realisieren.
Gleichmäßige Bestände spielen bei der Kartoffelproduktion eine große Rolle. Eine flächendeckend einheitliche Versorgung der Pflanzen mit Grundnährstoffen ist für die Ernte homogener Kartoffelpartien Grundvoraussetzung. In der Regel sind Felder allerdings sehr heterogen. Unterschiede, denen der Landwirt mit einer teilflächenspezifischen Grunddüngung begegnen kann.
Mehrfach bewiesen sind die Vorteile einer sensorgestützten Stickstoff-Düngung in Raps und Getreide. Seit 2004 kann der YARA N-Sensor zudem bei der variablen N-Düngung in einer Zwei-Gaben-Strategie in Kartoffeln eingesetzt werden.
Auch die teilflächenspezifische Abreifesteuerung sowie Applikation von Fungiziden sind sensorgestützt möglich.
Die vielen Arbeitsschritte im Kartoffelanbau bedingen eine möglichst wiederholbare zentimetergenaue Feldarbeit. Speziell für den Kartoffelanbau bietet sich ein Autopilot mit RTK-Genauigkeit (2-3 cm) an. Eine zusätzliche Gerätesteuerung verhindert zudem das Abdriften des Anbaugerätes durch Bodenwiderstand oder Hangneigung.
Informationsbroschüre "Precision Farming Konzepte für den Kartoffelanbau"
...und das sagen die Praktiker
Sven Borchert, Landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft GbR, Groß Germersleben: "Grundsätzlich bin ich von der sensorgestützten Düngung überzeugt. Wir setzen den YARA N-Sensor seit zehn Jahren auf unserem Betrieb ein und möchten die Technik optimal ausnutzen. Als dann die Anregung von Agri Con kam, auch Kartoffeln variabel mit Stickstoff zu düngen, haben wir uns gesagt: Probieren wir es einmal auf einem Teil unserer Kartoffelflächen aus. Wir produzieren unsere Kartoffeln ausschließlich für die Pommes Frites- und Kartoffelchip-Herstellung. Hierbei spielt die Qualität eine ganz wichtige Rolle, da die Kartoffeln nach Größe und Menge vergütet werden. Ein statistisch sicheres Versuchsergebnis können wir zwar nicht vorweisen; jedoch hatte ich den Eindruck, die Bestände seien nach der 2-Gaben-Strategie mit dem YARA N-Sensor gleichmäßiger gewesen. In der 2. Gabe - der 1. variablen Gabe - hatte der Sensor stark differenziert gearbeitet."
Jens Otto, Agrahand GmbH Sermuth, Großbothen: "Als Lohnunternehmer müssen wir unseren Kunden immer auch weitere Anreize bieten. Sei es, dass wir auf Bedingungen vor Ort besser eingehen oder, wenn möglich, zusätzliche Gratiseffekte erzielen. Das Einsparen von Betriebsmitteln ist einer davon. Wir arbeiten seit 2004 an der Einführung des YARA N-Sensors im Pflanzenschutz, nur einige spezielle Anwendungen haben den Sprung in die Praxisreife geschafft. Eine davon scheint uns die variable Krautabtötung in Kartoffeln zu sein. Vergangene Saison haben wir auf zirka 22 Hektar in verschiedenen Sorten die Standard-Sikkation mit der sensorgestützten verglichen. Der positive Effekt: Statt der geplanten 2,5 l/ha Reglone brachten wir mit Sensor 1,5 l/ha aus. Effekte, die man beobachten kann und die erklärbar sind. In 2010 werden wir intensiver an der Einstellung der Regelintervalle arbeiten, da wir hierbei ein gutes Einsparpotenzial erkennen können."
Bernd Kay, MFP Agrar GmbH, Blumenberg: "Für mich spielt Logistik eine große Rolle und dass keine Maschine auf die andere warten muss. Wir bewirtschaften 1500 Hektar Kartoffeln und haben zwei Traktoren mit Autopilot und einer mobilen RTK-Station ausgestattet. Auf 50 bis 60 Hektar bauen wir im Frühjahr Fließ-Kartoffeln an. Es ist wichtig, dass die Beet-Breite exakt eingehalten wird und beide Traktoren unabhängig voneinander pflanzen können. Das klappt mit GPS-Technik gut; ich hätte nie gedacht, dass zwei Traktoren so aufeinander abgestimmt werden können. Auf dem Rest unserer Kartoffelflächen fahren bis zu fünf weitere Traktoren ohne GPS. Die zwei mit GPS ausgestatteten Schlepper ziehen in dem Fall, jeder auf einer anderen Fläche, mit dem Spuranreißer ein bis zwei Spuren zwischen den Fahrgassen. Daran orientieren sich die anderen Traktoren. So haben wir mit relativ wenig Aufwand flächendeckend gerade Spuren und können die Logistik optimieren."

