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14.11.2018 - Bodo Hanns (E-Mail schreiben an Bodo Hanns)

Der Herbstscan ist in vollem Gange

Der Herbstscan ist in vollem Gange

Der bislang recht milde und trockene Herbst hat zu einem verzögerten Start in die "Herbstscan-Saison" geführt. Inzwischen laufen die YARA N-Sensoren© aber Deutschlandweit auf Hochtouren. Bereits rund 1.500 Felder mit über 33.000 ha Raps und Getreide wurden in den vergangenen Tagen gescannt und die Daten in agriPORT hochgeladen.

So mancher Landwirt mag in diesem Jahr denken, ein Herbstscan  lohne sich bei den schlecht etablierten Beständen nicht. Anhand der ersten Daten von diesem Herbst können wir diese Annahme allerdings nicht bestätigen. Hier überdeckt möglicherweise die Sorge über die wirtschaftlich komplizierten Rahmenbedingungen ein objektives Urteil. Andererseits gelangen diese Daten wiederum gar nicht erst ins Datenportal und entziehen sich einer Beurteilung.

Die Ergebnisse der hochgeladenen Daten zeigen, dass die N-Aufnahmen der Bestände gut, sogar zum Teil hoch sind. Auch die Variabilität innerhalb der Felder ist immens! Unter den diesjährigen Bedingungen sollten Sie jeden Hektar scannen, den Sie überfahren können. Aufgrund der regional trockenen Bedingungen und teils verspäteter Saat sind die Bestände auf der einen Seite sehr unterschiedlich aufgelaufen. Regionale, mitunter auch nur lokale Regenereignisse führen zu sehr heterogenen Feldaufgängen. Auf der anderen Seite hat die lange und warme Herbstvegetation verbunden mit Niederschlägen aber zu guten Bestandsentwicklungen geführt.

Wenn Sie...

  • Ihre N-Düngung im Frühjahr auf die unterschiedlich entwickelten Bestände anpassen
  • die absolute N-Düngungshöhe zur ersten N-Gabe nicht nach Bauchgefühl sondern an tatsächlicher Stickstoffaufnahme Ihrer Pflanzen bemessen und
  • Sie mit Blick auf die Düngeverordnung und eventuelle N-Düngerbegrenzungen die erste N-Gabe wohldosiert verabreichen wollen,

dann ist der Herbstscan mit dem YARA N-Sensor® auf Ihren Winterraps- und Wintergetreideflächen genau das Mittel der Wahl. Auf diese Weise erhalten Sie genau die fachlich besten und hoch aufgelösten Informationen, welche Sie zur Umsetzung der genannten Punkte benötigen.

Um dies zu verdeutlichen, stellen wir Ihnen die ersten Ergebnisse aus dem aktuellem Jahr und den letzten Jahren rund um den Herbstscan vor.


Bestände sind im Herbst sehr unterschiedlich entwickelt

Die in diesem Herbst bereits gescannten Winterraps- und Wintergerstenbestände zeigen absolut normale mittlere N-Aufnahmen (grüne Balken). Nur der Winterweizen ist aktuell etwas zurück und unter dem Niveau der Vorjahre. Dies kann sich aber noch ändern bei anhaltend guten Wachstumsbedingungen.

 

Beispiel Winterraps

Im Raps strebt man 70 bis 90 kg N-Aufnahme/ha vor Winter an. Die werden derzeit fast überall erreicht. Die mittleren minimalen und maximalen N-Aufnahmen (blaue und rote Balken) zeigen dagegen sehr deutlich, wie heterogen die Teilflächen innerhalb der Schläge entwickelt sind. Durchschnittliche Unterschiede im Raps von 80 bis 100 kg N-Aufnahme sind an der Tagesordnung. Die Tabelle zeigt beispielhaft, wie man hier richtigerweise mit der ersten Stickstoffgabe im Winterraps darauf reagieren muss.

Sollwert N-Aufnahme160 kg N/ha
Minimum MittelMaximum
N-Aufnahme in kg N/ha3681125
N1-Gabe in kg N/ha1247935

 

Beispiel Wintergerste und Winterweizen

In der Gerste legen wir mit 20 – 30 kg N-Aufnahme/ha und im Weizen 15 – 25 kg N-Aufnahme/ha eine gute Grundlage für hohe und robuste Erträge. Aber auch im Getreide sind die Unterschiede in der N-Aufnahme wie immer sehr groß. In der Gerste haben wir Differenzen von rund 35 kg N/ha und im Winterweizen von rund 20 kg N/ha. Nur mit stark erhöhtem N-Aufwand werden die schwach entwickelten Teilflächen in die Nähe des Ertragspotenzials der gut entwickelten Teilflächen vorstoßen. Und je früher man darauf reagiert, desto besser.

Nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie man in dieser Situation bei einer Wintergerste angepasst die 1. N-Gabe dosieren sollte. Bei Winterweizen wird analog vorgegangen.

Regelfaktor 2,5 kg N-Düngung/kg N-Aufnahme
MinimumMittelMaximum
N-Aufnahme in kg N/ha62643
N1-Gabe in kg N/ha1106033

 

Heterogenität findet man auf allen Flächen 

Oft wird behauptet: "…das lohnt sich nur auf großen Flächen, in kleinen Schlägen sind die Unterschiede nicht so groß."

Einerseits: es stimmt, die Schwankungsbreite der N-Aufnahme steigt mit zunehmender Schlaggröße an. So betrug diese in Raps im Durchschnitt des letzten Herbstes auf Schlägen... 

  • kleiner 10 ha à 68 kg N/ha

  • größer 40 ha à >122 kg N/ha. 

 

Andererseits: betrachtet man die dazugehörigen N-Düngermengen, wird die Sinnhaftigkeit des Scans auch auf "kleineren" Schlägen sehr schnell deutlich.

Rechenbeispiel für Schläge bis 10 ha:

Sollwert N-Aufnahme160 kg N/ha
MinimumMittelMaximum
N-Aufnahme in kg N/ha4479112
N1 in kg N-Dünger /ha1168148

Eine durchschnittliche N-Düngung von 81 kg N/ha wäre somit in den besser bzw. schwächer entwickelten Teilflächen nicht optimal und würde nicht zum Ertragsoptimum führen.


Jedes Jahr ist anders?

So unterschiedlich, wie die Jahresverläufe und die Witterung in den letzten Jahren waren, könnte man erwarten, dass auch die Entwicklung der Pflanzen von Jahr zu Jahr differenziert. Umso interessanter ist es zu sehen, dass über die letzten Jahre die am Ende ermittelten N-Aufnahmen gar nicht so weit auseinander liegen. Allerdings muss man hier aufpassen, denn diese Daten zeigen die Mittelwerte über tausende Felder an. Im Einzelfall findet man deutliche Abweichungen nach Oben und Unten. Der gute Pflanzenbauer reagiert darauf mit seiner Bestandesführung.

So erreichten die Rapsbestände in den Jahren 2014 bis 2018 stets durchschnittliche N-Aufnahmen von 75 bis 80 kg N/ha. Eine Ausnahme bildet hier der Herbst 2016, in welchem bereits zu Anfang November die ersten Schneefälle und Frostnächte das Vegetationsende einläuteten.

Unabhängig davon wird aber auch ersichtlich, dass die Heterogenität in den Beständen jedes Jahr vorhanden ist. Entsprechend ist die Bestandesbonitur mittels Herbstscan in jedem Jahr ein wichtiger Baustein für die Optimierung der N-Düngung.

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