Wir möchten eine Diskussionskultur pflegen

...mit unserem agriconBLOG

agriconBLOG

19.08.2020 - Peer Leithold (E-Mail schreiben an Peer Leithold)

Knapp zwei Drittel aller Flächen weisen mindestens einen eklatanten Mangel auf

Eine gute Pflanzenernährung ist das richtige Zusammenspiel verschiedener Nährstoffe. Kein Nährstoff sollte im Überfluss vorhanden und keiner im Mangel sein.
Ein Nährstoffüberschuss ist dann immer bedenklich, wenn dieser Nährstoff:

  • bevorzugt oder auch passiv mit dem Wasserstrom aufgenommen wird und damit ein Ungleichgewicht in der Pflanze entsteht,
  • durch Überkonzentration in der Bodenlösung oder am Sorptionskomplex einen anderen Nährstoff verdrängt und dieser dann im Mangel in der Pflanze ist,
  • ausgewaschen werden kann oder
  • auch nur einfach Geld kostet und damit unnütz Kosten verursacht.

Insofern muss man jeden Nährstoff und jede Situation einzeln aus Sicht der Bodenkunde und Pflanzenernährung betrachten. Ein gewisser Nährstoffüberschuss kann - muss aber nicht immer - bedenklich sein. Ein Nährstoffmangel ist hingegen in jedem Falle negativ einzuschätzen für das Pflanzenwachstum. Liebigs Wachstumstonne verdeutlicht das seit Jahrzehnten. Der Nährstoffmangel ist ja gerade als solcher erkannt und quantifiziert worden, weil die Pflanzen im Wachstum zurückblieben.

Wenn wir jetzt einmal Stickstoff und die Spurenelemente ausblenden, dann ergibt sich für die Grundnährstoffe (pH-Wert, Ca, P, K, Mg) ein interessantes Bild. Dazu haben wir aus den letzten vier Jahren alle Bodenbeprobungsergebnisse (knapp 300.000 Analysen) einmal besonders ausgewertet. Es galt die Frage zu beantworten, befindet sich einer oder mehrere dieser vier Grundnährstoffe in einem Mangel oder nicht. Jede Probe wurde nur einmal gezählt. Die geringste Gehaltsklasse eines der vier Nährstoffe definiert somit die Zuordnung zu einer Gruppe:

Es lässt sich somit festhalten, dass sich auf rund 60% aller beprobten Flächen mindestens ein (oder mehrere) Nährstoff(e) in den Gehaltsklasse A oder B befinden. Hier muss je nach Kulturart mit einer mehr oder weniger großen Ertragseinbuße gerechnet werden. Im Durchschnitt über die Kulturen liegt dieser bei der Gehaltsklasse A bei rund 20% und bei der Gehaltsklasse bei rund 8%. Hackfrüchte, Mais und Raps reagieren stärker als die Getreidearten.

Vereinfacht kann man bei den Grundnährstoffen und dem beschriebenen Mangel im Durchschnitt von 6% Ertragseinbuße über die gesamte Betriebsfläche kalkulieren. Je nach Ertragsniveau sind das rund 60-90 €/ha und Jahr. Diese Ertragseinbuße ist umso größer, je mehr Stress von außen kommt (Wetter, Schädlinge, Krankheitsdruck), er ist aber auch umso geringer, je besser bzw. ausgeglichener alle anderen Wachstumsbedingungen sich in dem Einzeljahr einstellen.

Aber es gibt einen Weg aus diesem Dilemma: In unserem Video erklären wir Ihnen, wie Sie dem Mangel an Grundnährstoffen auf Ihren Flächen systematisch begegnen können.

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Beitrag

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Alle mit * markierten Feld sind Pflichtfelder.

Zurück zur Übersicht
UP