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23.09.2026

Die Information richtig nutzen, die Investition gewinnbringend einsetzen

Sinnvoll gesammelte Daten und sinnvoll eingesetzte Investition?
Bodenproben kosten Geld. Doch was passiert eigentlich mit den Informationen, für die dieses Geld ausgegeben wird?
Aufgrund der Düngeverordnung sind landwirtschaftliche Betriebe verpflichtet auf Schlägen größer 1 ha im Abstand von maximal 6 Jahren eine Grundbodenuntersuchung durchzuführen, sofern auf diesen Schlägen Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Nährstoffen ausgebracht werden sollen.
Wie diese Untersuchung durchgeführt wird, steht dem Betrieb grundsätzlich frei.
Ob die Probenahme durch eigene Mitarbeiter erfolgt oder ein Dienstleister beauftragt wird:

Eine Bodenuntersuchung ist immer eine Investition.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Geld für die Untersuchung ausgegeben wird. Die entscheidende Frage lautet:
Was wird anschließend mit den gewonnenen Informationen gemacht?
Werden aus den Ergebnissen konkrete Entscheidungen abgeleitet?
Wird die Düngung angepasst?
Wird dadurch der Ertrag abgesichert oder gesteigert?
Oder verschwinden die Ergebnisse nach einer kurzen Betrachtung für die nächsten sechs Jahre im Schrank?
Leider ist Letzteres in vielen Betrieben noch immer Realität. Die Bodenuntersuchung wird durchgeführt, die Ergebnisse werden abgelegt und bei der nächsten Düngung spielt die tatsächliche Nährstoffversorgung der Flächen kaum eine Rolle.
Damit ist nicht nur die Information verschenkt.
Auch die Investition in die Bodenprobe ist verloren.
Eine wirtschaftlich sinnvolle Grunddüngung wird so schwierig.

Verluste die Niemand sieht
Generell wird das Thema Grunddüngung in vielen Betrieben sehr stiefmütterlich behandelt.
Wissen Sie, wie hoch die tatsächlichen Entzüge an Grundnährstoffen auf Ihren Flächen sind?
Betrachtet man einen Zeitraum von 5 Jahren, beläuft sich der reine Entzug an Phosphor, Kalium, Magnesium sowie die Calciumverwitterung auf durchschnittlich etwa 1.000 €/ha und schwankt je nach Anbau zwischen 800 und 1.200 €/ha. Ein 1.000 ha Betrieb muss also in 5 Jahren 1 Mio. € allein an Grundnährstoffen händeln, einsetzen und zurückverdienen.
Und dennoch werden pauschale Mengen Kalk gestreut und Phosphor und Kali soll allein die (wenn überhaupt) vorhandene Organik richten. Wir stellen mittlerweile fest, dass über 50% der landwirtschaftlich untersuchten Flächen mindestens einen Nährstoff in einem deutlichen Mangel ausweisen. Deutlicher Mangel bedeutet dabei, dass die Gehaltsklasse schlechter B+ ausgewiesen wurde.
Beispiel Phosphor: Nehmen wir die P Entzüge bei einer beispielhaften Fruchtfolge (Winterweizen, Winterraps, Wintergerste, Silomais, Winterweizen) an, ergibt sich in 5 Jahren ein reiner Entzug von rund 140 kg P / ha.
In einer rinderbasierten Organik sind wohlwollend aufgerundet rund 1 kg P / m³ enthalten.
Über den genannten Zeitraum kommen je nach anfallender Menge zwischen 50 und 80 m³ Organik in die Fläche. Das ergibt eine reine P Düngung von 50 – 80 kg P / ha, bei einem Entzug von 140 kg / ha. Demnach liegt eine negative P Bilanz von mindestens! 60 kg / ha vor.
Ein P Mangel führt im Durchschnitt aller Kulturen zu einem Minderertrag von mindestens 10 %.
Bei einer durchschnittlichen Marktleistung von 1.600 €/ha (80 dt / ha Winterweizen * 20 € / dt) fehlen jährlich also 160 €/ha allein durch P Mangel. Bei einem 1.000 ha Betrieb mit 50% der Flächen im P Mangel und unzureichender Düngung bedeutet das:
80.000 € weniger Ertrag jedes Jahr (160 €/ha * 500 ha).
Über eine fünfjährige Fruchtfolge summiert sich dieser Betrag auf:
400.000 €.
Und das nur aufgrund einer unzureichenden Phosphorversorgung.
Je nach Organik verschiebt sich das Problem
Ist die Organik schweine- oder geflügelbetont, liegt der Schwerpunkt dann oftmals beim Kali und weniger beim Phosphor. Das Prinzip ist allerdings dasselbe. Es gibt nicht wenige Betriebe, die dieses Vorgehen seit 10, 15 oder sogar 20 Jahren praktizieren. Die Auswirkungen sind aber im Vergleich zum 20 Jahre alten Schlepper so erst einmal nicht ersichtlich. Der große Unterschied ist aber, dass der neue Schlepper nur Geld kostet, während eine gezielte Düngung sich direkt positiv auf den Gewinn auswirkt. Sicher, der Schlepper ist unersetzlich für die Arbeitserledigung, dabei ist es aber (fast) irrelevant, welche Farbe seine Motorhaube hat, oder ob er nach 8 oder nach 10 Jahren getauscht wird.
Werden Böden über 20 Jahre nicht oder nur unzureichend mit den benötigten Nährstoffen versorgt, wirkt sich das unmittelbar und nachhaltig auf die landwirtschaftliche Urproduktion und damit auf die Wirtschaftlichkeit des gesamten Unternehmens aus.
Eine Grunddüngung rein auf Basis der Organik kann also bei den Durchschnittserträgen im konventionellen Landbau agronomisch und auch wirtschaftlich nicht ausreichen. Das sehen wir auch an den seit Jahren stagnierenden oder sinkenden Erträgen. Die lassen sich nun wieder auf allerlei andere Gründe zurückführen, wie zu viel oder zu wenig Regen, Düngeverordnung, Käfer, die Sortenwahl usw.
Gründe, warum die Erträge ausbleiben, finden sich reichlich. Der Blick auf die eigentlichen Ursachen hingegen ist häufig getrübt. Folgende[DM1.1] Fakten sollen sie an dieser Stelle mal hervorheben:
Fakt 1: Unsere Bestände verhungern, ehe sie verdursten!
Fakt 2: Von Liebigs Gesetz vom Minimum gilt 2026 immer noch! Demnach sind Bestände mit Nährstoffmangel schlicht nicht mehr in der Lage ihr Ertragspotential zu erreichen.
Fakt 3: Schlecht ernährte und damit tendenziell schwächere Bestände können Krankheiten oder Schädlingsbefall deutlich schlechter abwehren und auswachsen! Sie sind grundsätzlich anfälliger für Stresssymptome.

Dies gilt auch für die PH-Werte. Mit dem Unterschied, dass gern unbeachtet bleibt, dass es bei zu hohen Werten ebenfalls zu Ertragsverlusten kommt. Und da wird es richtig teuer: Kalk wird gekauft, ausgebracht und als Ergebnis sinken die Erträge. An dieser Stelle wurde also dreimal Geld verbrannt.
 

 

                                                                                Quelle: Grunert, 2015

Kleines Rechenbeispiel:
3 t/ha kohlensaurer Kalk kosten derzeit etwa 105 €/ha (35 €/t). Die Ausbringung beläuft sich auf etwa 35 €/ha.
Bei einer durchschnittlichen Marktleistung von 1.600 €/ha bedeuten 5% Verlust durch zu hohe PH-Werte 80 € Verlust pro ha. (80 dt/ha Weizen * 20 €/dt * 0,05)
Allein zu hohe PH-Werte führen also zu einem jährlichen Verlust von 220 €/ha.
 
Wegkommen vom intelligenten Raten
Was also tun?
Erster Schritt ist die Erfassung der Ausgangslage, in diesem Fall die regelmäßig wiederkehrende Bodenbeprobung. Dabei sollte es nicht nur darum gehen, dem gesetzlichen Rahmen zu genügen, sondern wenn hier schon Geld ausgegeben wird, sollte es auch vernünftig und so durchgeführt werden, dass der eigene Betrieb auch einen Nutzen aus den gewonnenen Daten zieht.
Zweiter Schritt ist die Auswertung der Proben und entsprechende Schlussfolgerung auf die Düngung. Und genau an dieser Stelle scheitern viele Betriebe. Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es im Betriebsalltag oftmals nicht schaffen und keine Möglichkeit haben, vier Nährstoffe auf all ihren Flächen mit Anbau und Entzügen im Blick zu behalten, entsprechend zu Planen und dann auch noch agronomisch sinnvoll auszubringen, ohne dafür Stunden und Tage über Tabellenkalkulationen zu brüten.
Dritter Schritt muss dann ein gezielter Einkauf der benötigten Nährstoffe und die gezielte Verteilung auf den Flächen anhand der erstellten Planungen sein.

Das ist der Punkt, den Agricon erkannt und aufgegriffen hat.

Es bringt die Betriebe wirtschaftlich nicht weiter, lediglich „Löcher zu bohren“ und nicht stattdessen wirklich in die Bodenprobenahme zu investieren, und die daraus gewonnenen Informationen weiter zu nutzen. [FL2.1]Deshalb hat Agricon basierend auf der Bodenbeprobung ein Nährstoffmanagement entwickelt, dass in absoluten Zahlen die vier Grundnährstoffe Phosphor, Kalium, Magnesium und Calcium automatisch anhand der tatsächlichen Entzüge von der Betriebs- bis in die Schlagebene genau berechnet. Dabei werden Zu- und Abgänge an Nährstoffen über die Fruchtfolge hinweg berücksichtigt.
Unter Berücksichtigung der allgemein anerkannten Düngeregeln nach dem VDLUFA sind die Betriebe damit in der Lage ihren Fruchtfolgebedarf zur ermitteln und innerhalb weniger Minuten eine schnelle und agronomisch fundierte Nährstoffplanung durchzuführen.
Das Ergebnis ist mehr als eine Tabelle.
Auf dieser Grundlage kann dann strategisch und wirtschaftlich sinnvoll Dünger eingekauft und mittels Streukarten nach den tatsächlichen Bedarfen und höchstmöglichem Nutzen verteilt werden.
An dieser Stelle schließt sich der Kreis.
Erst wenn aus der Bodenprobe eine belastbare Information, aus der Information eine konkrete Entscheidung und aus der Entscheidung eine gezielte Düngung wird, entsteht aus der ursprünglichen Investition ein wirtschaftlicher Nutzen.
So können jährlich je nach Ausgangssituation, sprich tatsächlicher Nährstoffverteilung, je Nährstoff etwa 60 €/ha an Mehrertrag zusätzlich erzielt werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Was kostet die Bodenprobe?“

Sondern:

„Was mache ich aus der Information, für die ich sowieso bezahlen muss?“
Denn Daten, die im Schrank liegen, bringen keinen Ertrag.
Daten, die in die richtige Entscheidung übersetzt werden, schon.

Dominik Menges
Fachberater Sachsen
Agricon GmbH
 

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