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25.09.2026

45,9 dt/ha Raps mit nur 100 kg N/ha im Frühjahr

Der betreffende Bestand erhielt im Herbst rund 20 kg N/ha über feste Gärreste und 20kg N/ha über DAP vor Saat eingearbeitet, die Aussaat erfolgte am 18.08.2025. Der anschließende Herbstscan Angang November zeigte eine mittlere N-Aufnahme von 90 kg N/ha, bei einer Differenzierung von 65 bis 115 kg N/ha.

Die erste Gabe erfolgte am 22.02. mit ASS auf Grundlage dieser Herbstkartierung. Im Mittel wurden 80 kg N/ha ausgebracht. Dabei erhielten bereits im Herbst weiter entwickelte Teilflächen lediglich rund 60 kg N/ha, während schwächer entwickelte Bereiche mit bis zu 110 kg N/ha stärker angedüngt wurden.

Zur zweiten N-Gabe am 07.04. mit KAS präsentierte sich der Bestand laut N-Aufnahme deutlich verändert zum Herbstscan. Die Zonen mit hohen und niedrigen Aufnahmen haben sich zum Teil gewandelt. Der erneute Scan, live während der Düngegabe, zeigte eine mittlere N-Aufnahme von rund 200 kg N/ha, bei einer Spannweite von etwa 160 bis 250 kg N/ha. Auf Grundlage der Sollwertmethode wurde auf eine Ziel-N-Aufnahme von 220 kg N/ha aufgedüngt. Daraus resultierte eine zweite Gabe von nur 22 kg N/ha im Schnitt! Auf einigen Teilen des Schlages regelte der Düngerstreuer vollständig ab, lediglich auf den schwächeren Teilflächen wurden noch bis zu 55 kg N/ha ausgebracht.
Damit wurden im Frühjahr in Summe lediglich rund 100 kg N/ha gedüngt. Die geringe Menge hat mich überrascht und etwas erschrocken. Ohne die Information aus der Bestandesmessung und die Regelstrategie hätte ich die Fläche mit Sicherheit deutlich stärker gedüngt, insbesondere zur zweiten Gabe, und hätte im Frühjahr 140 bis 180 kg N/ha, konstant ausgebracht.

Umso bemerkenswerter war das Ergebnis. Der beschriebene Schlag erzielte einen Durchschnittsertrag von 45,9 dt/ha. Auch die Ertragskartierung des Mähdreschers bestätigte die gewählte Strategie. Teilflächen, die aufgrund ihrer bereits guten Bestandesentwicklung im Herbst, lediglich 60 bis 70 kg N/ha erhalten hatten, erreichten dennoch Erträge von über 45 dt/ha. Gleichzeitig präsentierte sich der Ertrag innerhalb des Schlages relativ homogen.

Der hohe Ertrag ist dabei selbstverständlich nicht ausschließlich auf die teilflächenspezifische N-Düngung zurückzuführen. Auch die Saatbettqualität, frühe Aussaat und die daraus resultierende kräftige Vorwinterentwicklung, ein intensiver und konsequenter Insektizideinsatz sowie der Einsatz von schnell verfügbaren N-Formen (kühles Frühjahr), waren mMn wichtige Bausteine in der Bestandesführung. Entscheidend sind aus meiner Sicht das Zusammenspiel dieser Maßnahmen. Die sensorbasierte N-Düngung ermöglichte es dabei anhand der Bestandesentwicklung den Stickstoff gezielt dort einzusetzen, wo er tatsächlich benötigt wurde.

Insgesamt lag die Rapsanbaufläche in der Saison 2025/26 bei rund 250 ha, wir erzielten einen Betriebsdurchschnitt von rund 39 dt/ha. Mehr als die Hälfte unserer Rapsfläche erreichte Erträge von über 40 dt/ha. Schwächere Schläge lagen überwiegend im mittleren 30-dt-Bereich. Gerade vor dem Hintergrund der regional eher schwachen Rapsernte 2026 bin ich mit den Ergebnissen zufrieden. Aus unserem Umfeld wurden vielfach Erträge deutlich unter 40 dt/ha und teilweise unter 30dt/ha gemeldet.

Eines der interessantesten pflanzenbaulichen Erkenntnisse der Saison 2025/26 war auf dem Schlag 5-0 mit rund 100 kg N/ha Frühjahrsdüngung einen Ertrag von 45,9 dt/ha zu erzielen.

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