"Mit weniger mehr produzieren" | 15.01.2016

Frage: Was ist Digitaler Pflanzenbau?

Peer Leithold: Um zu entscheiden, wann sie auf ihren Feldern wo und wie viel Dünger oder Pflanzenschutzmittel ausbringen sollten, verlassen sich Landwirte traditionell auf ihre Erfahrung. Beim Digitalen Pflanzenbau vertrauen sie zusätzlich technischen Hilfsmitteln. Sie liefern objektive Messwerte und interpretieren diese richtig.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Nehmen Sie den YARA N-Sensor: Dieser wird auf dem Dach des Traktors montiert und schaut rechts und links in den Bestand. Während der Feldarbeit scannt der Sensor die Pflanzen, interpretiert die Messwerte anhand hinterlegter Regelalgorithmen und signalisiert dem Ausbringgerät, wie viel Dünger oder Spritzmittel ausgebracht werden soll. Dies alles geschieht sekündlich in einem Arbeitsgang.
Dokumentiert werden die Messwerte und Ausbringmengen in der von Agricon angebotenen Web-Anwendung Agriport.

Laut aid-Infodienst gibt es zirka 50 Farmmanagementsysteme, die Daten sammeln und vernetzen. Was macht Agriport anders?

Die typischen Agriport-Nutzer sind Landwirte, die ihre Felder effizienter bewirtschaften möchten. Sie lassen den Nährstoffbedarf ihrer Böden GPS-gestützt ermitteln oder setzen Sensoren bei der Düngung und im Pflanzenschutz ein. Den besonderen Ansprüchen dieser Nutzer werden wir folgendermaßen gerecht:

Erstens: Agriport ist unabhängig von Handel, Landtechnik- und Betriebsmittelanbietern.

Zweitens: Der Landwirt kann Dritten Zugriffsrechte für seine Daten geben - eine Erleichterung für die Pflanzenbauberatung und Auftragsvergabe an Lohnunternehmer.

Drittens: Auch Agriport enthält alle wissenschaftlichen Algorithmen, um Messwerte agronomisch richtig zu interpretieren. Damit speichert Agriport nicht nur Daten, sondern generiert automatisch Handlungsempfehlungen für die praktische Arbeit des Landwirts.

Was sind die Vorteile?

Die Güte pflanzenbaulicher Entscheidungen wird entscheidend verbessert. Hilfsmittel wie YARA N-Sensor und Agriport helfen dem Landwirt, mit weniger Betriebsmitteleinsatz mehr produzieren zu können. Er reduziert so Umwelteinträge und leistet einen großen Beitrag zur Resistenzvermeidung.

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