Wirksamkeit des digitalen Pflanzenschutzes wissenschaftlich untermauert | 12.06.2018

Auf den diesjährigen DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld hat das Precision Farming Unternehmen Agricon neues Modul für den digitalen Pflanzenschutz vorgestellt. Nach mehrjähriger Forschungs-und Entwicklungszeit ist das Modul für den sensorgestützten Einsatz von Fungiziden nun marktreif. Grundlage ist eine drei-jährige, europaweit durchgeführte Studie zum Einsatz der Sensor-Technologie im Pflanzenschutz. Sie ist die sowohl erste als auch umfangreichste Studie ihrer Art.

Im Sortenwesen werden seit Jahrzehnten nur die besten Sorten für den Markt zugelassen. Die Vorzüglichkeit muss in mehrjährigen Feldversuchen unter Beweis gestellt werden. Für Landwirte ist so sichergestellt, dass ihnen nur die besten Sorten zur Verfügung stehen. Im Smart Farming gibt es eine derartige Qualitätskontrolle bisher nicht. Aus diesem Grund unterhält die Agricon GmbH seit zehn Jahren Versuche zum teilflächenspezifischen Pflanzenschutz. Zu Beginn fokussierte sich das Unternehmen aus Ostrau auf die Applikation von Wachstumsreglern. Die vergangenen drei Jahre standen nun im Zeichen der Fungizide.

Weltweit größter Feldversuch seiner Art
Mehr als 80 Großflächenversuche wurden in mehreren europäischen Ländern durchgeführt. "Dabei war es unser Ziel, die Algorithmen zu optimieren und in der Praxis zu bewerten", erklärt Hermann Leithold, der bei der Agricon GmbH das operative Geschäft verantwortet. "Wir haben auf über 3.000 ha Versuchsfläche und nach den strengen Vorgaben des On-Farm-Research eine konstante Applikation von Fungiziden mit unseren variablen Applikations-Algorithmen verglichen", so Leithold weiter.

Es wurden dabei unterschiedlichste klimatische und pflanzenbauliche Regionen beleuchtet: von Deutschland über Frankreich nach England standen die vielfältigsten Ackerbauregionen auf dem Plan. Diese Unterschieden sich in der Bodenqualität und den Niederschlagsmengen.

Versuche in Kooperation mit vielen Landwirtschaftsbetrieben
Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Praktikern wurden die Algorithmen immer weiter verfeinert und verbessert. Die Agricon GmbH kooperierte für ihre Versuche mit Familienbetrieben mit 150 ha bis hin zu großen Genossenschaften mit über 2.000 ha. Die Ergebnisse lassen jetzt geprüfte Aussagen zur variablen Fungizidapplikation zu: mit durchschnittlich 33 €/ha Mehrerlös wurde das Betriebsergebnis signifikant gesteigert. Dabei konnten bis zu 20 % Fungizid gespart und Erträge bis zu 6 % gegenüber der konstanten Ausbringung gesteigert werden. Bonituren vor Ort zeigten durchgängig eine hohen Bekämpfungsgrad und gesunde Bestände. Zudem wurde die hohe Anwendungssicherheit durch die fachlich und gesetzlich definierten Ober- und Untergrenzen von den Landwirten als positiv hervorgehoben.

Zukunftsfähig und Anwendungssicher
Das Modul "Pflanzenschutz" steht nun für alle Sensoren der Agricon GmbH zur Verfügung und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Planung von Aufträgen und späterer Auswertung in agriPORT steht ein geschlossenes Betriebssystem zur Verfügung. Durch kontinuierliche Schulungsveranstaltungen werden Kunden aus der Landwirtschaft mit den Grundlagen einer variablen und standortangepassten Applikation vertraut gemacht. Allein in diesem Jahr nahmen bisher uüber 300 Fahrer teil.

Weitere Informationen im Internet unter www.agricon.de oder bei Herrn Manuel Ermann (Telefon: 034324 524 371 | Mail: manuel.ermann@agricon.de)

Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten.

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