VON M.Sc.agr. TIMO ROEHL, BERATER IN NIEDERSACHSEN

Dieser Pflanzenschutz-Versuch wurde auf einem Marktfruchtbetrieb in Niedersachsen im Landkreis Hildesheim durchgeführt. Der Versuch soll die Effekte einer variablen (sensorgestützten) Applikation von Fungiziden und Wachstumsreglern gegenüber einer konstanten (betriebsüblichen) Applikation dieser Betriebsmittel aufzeigen.

Genau wie alle anderen Versuche der Agricon ist auch dieser Versuch nach den Grundsätzen und Regeln des „On-Farm Research“ (OFR) angelegt, durchgeführt und ausgewertet worden (siehe vorheriger Artikel „Tolle Versuche hat jeder“).

Die Anordnung der Versuchsglieder und die allgemeinen Versuchsdaten sind in Abbildung 1 dargestellt.

Der Versuch wurde auf einer 32 ha großen Versuchsfläche in Winterweizen (Sorte: Kamerad) durchgeführt. Die Stickstoffdüngung erfolgte auf dem gesamten Schlag betriebsüblich, konstant in 3 Gaben.

Die Abbildung 2 steht exemplarisch für alle durchgeführten Maßnahmen in diesem Versuch. Diese Daten wurden für alle 3 Maßnahmen automatisch dokumentiert.

Auf der linken Seite sehen wir die N-Aufnahme des Bestandes am 01.06.2021 mit durchschnittlich 125 kg N/ha. Die schlechteste Teilfläche hatte zu diesem Zeitpunkt 100 kg N/ha aufgenommen, die beste Teilfläche bereits 149 kg N/ha. Auf diese Bestandsunterschiede wurde im Versuchsglied variabel entsprechend reagiert. Die rechte Karte zeigt die tatsächlich ausgebrachten Mengen. Durchschnittlich wurden 202 l Wasser/ha ausgebracht mit einem Regelbereich von 152 – 250 l Wasser/ha. Die gleichbleibend blauen Bereiche zeigen die konstante Applikation mit 200 l Wasser/ha im Versuchsglied „konstant“.

Die folgende Tabelle stellt die Aufwandmengen zu den verschiedenen Applikationsterminen dar. Betriebsüblich wurden bei jeder Applikation konstant 200 l Wasser/ha gefahren. Die Applikationsmengen in den konstanten Versuchsgliedern lässt sich demnach ebenfalls in der folgenden Tabellen ablesen (Spalte Ø).

Im Versuch wurde in den variablen Versuchsgliedern mit dem Modul „Pflanzenschutz-Zielwert“ gearbeitet. Die durchschnittlich auszubringende Menge wurde also bereits im Vorfeld festgelegt. Es hat lediglich eine Umverteilung stattgefunden. Eine Einsparung von Pflanzenschutzmitteln bei der Verwendung dieses Moduls ist nicht möglich und auch nicht vorgesehen.

DatumPS-Mittel/H2OMinØMax
30.03.2021H2O179201239
 CCC 7200,891,001,19
10.05.2021H2O155201240
 Ballet0,300,400,48
 Mirage 45 EC0,610,800,96
 Moddus0,190,250,30
 CCC 7200,380,500,60
01.06.2021H2O152202250
 Ballet0,150,200,25
 Revytrex0,740,991,225

Tabelle 1: Applikationstermine & Aufwandmengen

Bei Verwendung des neuen Moduls „Pflanzenschutz absolut“ wird dagegen die Höhe der Applikations-Empfehlung anhand des Pflanzenbestandes ausgebracht. Diese orientiert sich am größten Risiko einer Lagergefährdung oder eines Pilzbefalls. Das heißt, die durchschnittlich auszubringende Menge kann im Vorfeld nicht festgelegt werden. Dieses Modul ist allerdings in diesem Versuch nicht zur Anwendung gekommen.

In der Abbildung 3 wird der Ertrag zwischen den Versuchsgliedern „konstant“ und „variabel“ verglichen. Es ist deutlich zu erkennen, dass im Versuchsglied „variabel“ der Ertrag deutlich über dem des Versuchsglied „konstant“ liegt. Allerdings war der Ertragsanstieg statistisch nicht signifikant.

Die folgende ökonomische Auswertung stellt den Effekt der variablen Ausbringung von Wachstumsreglern und Fungiziden gegenüber der konstanten Applikation dar.

  konstantvariabel
Ertragdt/ha95,998,1
 Signifikanz***n.s.
 €/dt2020
 Leistung €/ha1.9181.962
PSM-KostenKosten in €/ha- 75-76
Erlös (Leistung - PSM-Kosten)€/ha1.8431.886
Vorteil der variablen Applikation von PSM  43 €

Tabelle 2: Ökonomische Auswertung (Rechengrundlage für CCC 3,5 €/l; Ballet 12 €/l; Mirage 19 €/l; Moddus 55 €/l und Revytrex 34 €/l)

Auf dieser Versuchsfläche in diesem Jahr liegt der Vorteil der variablen Applikation bei 43€/ha. Wohlgemerkt allein durch die Umverteilung der vorher festgelegten, durchschnittlichen Aufwandmengen.

Dieser Versuch ist aufgrund anders gearteter Agronomie, Technik, Messfläche und Messgeometrie NICHT auf andere Sensorsysteme oder andere Ansätze (Satelliten, Drohnen) übertragbar.

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