N-Düngung am Zielertrag ausrichten? | 26.05.2014

In einer 20-jährigen Versuchsserie ist die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft auf zwei Lößstandorten der Frage nachgegangen, welche Beziehung zwischen dem optimalen Ertrag und der dazugehörigen N-Düngung besteht.

Die Antwort: keine.

Die optimalen Erträge schwankten zwischen 80 und 114 dt/ha; die dazugehörigen N-Mengen variierten von 60 bis 240 kg N/ha. Selbst annähernd gleiche optimale Erträge werden mit unterschiedlichen N-Mengen erzeugt. Für die in der Grafik beispielhaft dargestellte Ertragshöhe zwischen 80 und 90 dt/ha waren optimale N-Mengen zwischen 60 und 216 kg N/ha notwendig. Das hat zwei Gründe:

  • Einerseits ist der Boden jahresbedingt unterschiedlich in der Lage, Stickstoff bereit zu stellen. Dies gilt sowohl für die absolute Menge, als auch für den Zeitpunkt der Bereitstellung.

  • Andererseits schwankt die Fähigkeit der Wurzeln, Stickstoff aus tieferen Schichten aufzunehmen.

Dieser Zusammenhang wird besonders deutlich, wenn man sich den Grundertrag anschaut. Der Grundertrag ist der Ertrag, der ohne Mineraldüngung erzielt werden kann. Auch er unterliegt starken jährlichen Schwankungen, beeinflusst durch den Witterungsverlauf sowie die Art und Weise der Bewirtschaftung.

Kein Zusammenhang zwischen Ertrag und Düngermenge

Historische Daten oder Ertragserwartungskarten können demnach nur einen sehr geringen begründbaren Beitrag leisten, um die optimale N-Düngung abzuleiten. Wir müssen uns stattdessen in jedem Jahr neu die aktuelle Entwicklung des Bestandes anschauen und darauf reagieren. Damit sind Ertragskarten gleichzeitig nicht geeignet, um zu beurteilen, ob sich eine Sensordüngung rechnet.

Um diese Frage zu beantworten, wurden bis heute deutschlandweit mehr als 250 Großflächenversuche nach On-Farm-Research-Prinzip durchgeführt. Eine Vorauswahl der Flächen nach Ertragsfähigkeit fand nicht statt. Im Schnitt aller Jahre erzielten die Versuchsteilnehmer mit dem YARA N-Sensor 75 bis 100 €/ha Mehrerlös in Getreide und Raps, allein durch N-Einsparung und Mehrertrag. Eine N-Düngung mit dem YARA N-Sensor lohnt sich somit bereits ab 100 bis 150 Hektar. Und das ist unabhängig davon, ob sich Ertragsmuster stark oder weniger stark ausbilden.

Der Beitrag ist eine Zusammenfassung des Fachartikels "N-Düngung am Zielertrag ausrichten" von Peer Leithold im agrarmanager, Ausgabe Mai 2014

zurück zur Übersicht...

UP