Raps klug andüngen - Empfehlungen aus den Herbstscans | 09.02.2015

Wie muss der Raps in diesem Frühjahr angedüngt werden? YARA N-Sensornutzer treffen ihre Entscheidung zunehmend nach einer Bestandesbonitur im Herbst. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl der jährlich erfassten Hektar auf 39.000 verachtfacht. Der Herbstscan zu Vegetationsende ermöglicht flächendeckend eine unverfälschte Messung der N-Aufnahme. Durch das automatische Abstreuen der daraus resultierenden N-Streukarten kann sich der Anwender darauf verlassen, im Frühjahr bis in die Teilfläche optimal zu düngen.

Ergebnisse Herbst 2014

  • Die durchschnittliche N-Aufnahme über alle 39.000 Hektar Raps betrug 89 kg N/ha.

  • Unterschiede in der tatsächlichen N-Aufnahme zeigten sich einerseits regional: So waren zum Beispiel die gemessenen Rapsbestände in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich homogener als in Sachsen-Anhalt. Während im Norden 87% der Bestände eine N-Aufnahme von 70 bis 130 kg N/ha aufwiesen waren es in Sachsen-Anhalt nur 65%.

  • Andererseits wurden auch innerhalb eines Schlages enorme Unterschiede in der N-Aufnahme gemessen. Diese Unterschiede treten schon auf Feldgrößen < 10 Hektar auf (Tabelle 1).

Tabelle 1: Ergebnisse aus Herbstscan 2014

Düngestrategie Frühjahr 2015

Aus der gemessenen N-Aufnahme im Herbst kann der Praktiker nun die Startgabe fürs Frühjahr anpassen. Als Werkzeug bietet sich hier Agriport an, die web-basierte Anwendersoftware von Agricon. Nach Eingabe der relevanten Vorgaben

  • Sollwert N-Aufnahme,

  • durchschnittlich abgestorbene Biomasse,

  • Minimum/Maximum der Streumenge

erzeugt das Programm automatisch die N-Streukarten. Dabei gilt folgendes einfache Prinzip: Bestände mit geringer N-Aufnahme im Herbst werden entsprechend gefördert; in Teilflächen mit hohen N-Aufnahmen wird N-Dünger gespart.

In der Düngestrategie wird zur 1. N-Gabe ein Zielwert von 160 kg N/ha angestrebt. Die empfohlene Höhe der Startgabe ergibt sich aus der Differenz des Zielwerts und der gemessenen N-Aufnahme im Herbst. Bei N-Aufnahme-Unterschieden von 30 bis 140 kg N/ha ergibt sich demnach eine N-Düngung, die zwischen 130 und 20 kg N/ha innerhalb eines Schlages schwankt.

Die Ertragserwartung ist zunächst nicht von Bedeutung; erst zur 2. N-Gabe wird die N-Düngung an den zu erwartenden Ertrag angepasst. Diese Gabe erfolgt online mit dem YARA N-Sensor.
Bei sehr üppigen Beständen - durchschnittliche N-Aufnahme > 120 kg N/ha - bietet es sich an, N1 und N2 als eine Gabe zu applizieren und somit eine Überfahrt zu sparen.

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