Andüngung nach N-Streukarte - Schutz bei Frühjahrstrockenheit | 11.03.2015

Bisher empfiehlt auch Agricon in der Beratung, die erste N-Gabe konstant auszubringen und ab der Schossergabe mit dem YARA N-Sensor zu arbeiten. Grundlage dieser Empfehlung ist das Wissen, dass unmittelbar nach Winter die unterschiedlichen N-Aufnahmen in Pflanzenbeständen auch auf vielen anderen Faktoren beruhen, neben der N-Versorgung. Beispiele sind Winterschäden und Verfärbungen durch Staunässe.

Zuverlässige Messung der N-Aufnahme im Herbst

Eine Alternative zur konstanten Andüngung bietet der Herbstscan mit variabler Abarbeitung einer N-Streukarte. Dafür werden Pflanzenbestände vor Winter mit dem YARA N-Sensor gescannt. Aus den so erzeugten N-Aufnahme-Karten der erfassten Schläge werden im zweiten Schritt die entsprechenden N-Streukarten für die 1. N-Gabe berechnet (mehr zum Sensorscan). Steht die 1. Gabe an, werden die Streukarten automatisch abgestreut.

Vorteile erkannt

Im Winterraps konnte sich das Verfahren sehr schnell etablieren. Wurden 2012 rund 5000 Hektar Raps gescannt, waren es ein Jahr später 23000 Hektar. Im Herbst 2014 lag die Zahl der gescannten Rapsflächen bei 39000 Hektar (mehr zum Rapsscan 2014).

Dazu kamen 2014 rund 8000 Hektar Winterweizen und -gerste (Tabelle 1). Diese ersten Ergebnisse zeigen, dass die Andüngung nach Herbstscan auch im Getreide Sinn macht. In Winterweizen schwankt die N-Aufnahme vor Winter um den Faktor 2,4 bis 5; Einzelwerte differenzieren noch stärker. Bei Gerste, deren Niveau erwartungsgemäß insgesamt um 10 kg N/ha höher liegt, schwankt die N-Aufnahme um den Faktor 2,7 bis 10,3. Diese Heterogenität entspringt sowohl der unterschiedlichen Anzahl an Pflanzen, als auch einer um zwei bis drei Wochen divergierenden Pflanzenentwicklung.

Gefahren der Frühjahrstrockenheit bannen

Gerade die schwach entwickelten Getreidebestände gilt es, so zeitig wie möglich zu fördern, und die Bestockung anzuregen. Denn aus Großflächenversuchen zum Ertragsverhalten wissen wir: Schwach entwickelte Getreidebestände nach Winter können auch mit einer erhöhten Schossergabe nur noch bedingt zu Höchsterträgen geführt werden. Kommt dann noch Frühjahrstrockenheit dazu, bleiben dünne, schwach bestockte Bestände in ihrer Entwicklung stehen, während Teilflächen mit mittlerer bis hoher N-Aufnahme problemlos durch die Frühjahrstrockenheit wachsen.

Eine differenzierte Andüngung auf Grundlage von Herbstscans fördert deshalb rechtzeitig den Aufbau eines vitalen, kräftigen Bestandes, der weitgehend problemlos durch eine mögliche Frühjahrstrockenheit kommt. Nach dem Einsetzen des Wachstumsprozesses kann der aktuelle N-Bedarf schließlich exakt mit dem N-Tester gemessen werden. Die Umsetzung dieser Empfehlung in der Fläche erfolgt online mit dem YARA N-Sensor.

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